Eine Unterhaltung mit Google

Conversional Search stellt die Zukunft für die Websuche dar

Inzwischen sind wir es gewohnt – zumindest die Meisten von uns – dass nur bestimmte Keywords in die Suchmaske eingegeben werden, wenn man auf der Suche nach einer Lösung ist. Dabei reichen ein paar Suchphrasen aus, allerdings sind das keine ganzen Sätze. Doch das will nun ändern, die arbeitet daran, die Zukunft der Suche mit der Conversional Search zu revolutionieren. Dabei soll das Gefühl entstehen, eine Unterhaltung mit Google zu führen.

In einem aktuellen Artikel auf allthingsd.com erzählte Liz Gannes über die Vorstellungen seitens Google und lieferte Einblicke darüber, wie die Zukunft der Websuche zukünftig aussehen kann. Dazu zitierte Liz Gannes ein beliebtes Beispiel von Amit Singhal, dem Google Search Executive: „Wie alt ist Justin Bieber?“. Dabei wird die Suche noch weitergeführt, wenn beispielsweise als nächste Frage „Wie alt ist er?“ folgt. Hierzu einen Zusammenhang zu sehen, ist für Google aber noch nicht so leicht umsetzbar. Das soll nun aber geändert werden.

Die Suchmaschine soll „mitdenken“

Mit dem genannten Beispiel bleibt es nicht nur bei einer simplen Anfrage, sondern wird dabei von Google verlangt, „mitzudenken“, wodurch der Suchende genau das findet, was er sich als Ergebnis vorgestellt hat. Diese Konversation soll im Zuge dessen nicht einseitig bleiben, sondern von der Suchmaschine Google erfordern, klare Rückantworten zu geben. Doch dabei soll es nicht bleiben, sondern sehr viel größere Ausmaße annehmen. Der User soll sich bei seiner Suche vorkommen, als ob er sich inmitten einer tatsächlichen Unterhaltung befindet, was diesen wiederum sehr viel schneller und leichter an sein Ziel führt.

Bisher wurden nur die Keywords gewählt, die dem Nutzer wichtig erschienen, um über die SERPs zu einer ausgewählten Lösung zu gelangen. Erreicht man mit der ersten Anfrage nicht das gewünschte Ergebnis, fängt man noch einmal von vorne an und beginnt von Neuem sich noch passendere Suchbegriffe zu wählen. Um noch spezifischer zu werden, kann auch der Einsatz von bestimmten Zeichen, wie etwa den Anführungszeichen, das Suchvolumen etwas eingrenzen. Diese Art zu suchen, ist allerdings sehr spartanisch und Google möchte sich mehr davon entfernen, sodass das Sucherlebnis natürlicher und wie eine tatsächliche Konversation wirkt.

Mit der Conversional Search wird im Grunde eine Technik angewandt, die den tatsächlichen Inhalt oder den Kontext einer gestellten Frage erkennt. Die zusätzlichen Hinweise und Empfehlungen für die weitere Suche sollen dann nicht mehr nur zufällig sein, sondern im Zusammenhang zur Frage stehen, die der User in die Suchmaske eingegeben hat. Die Zukunft der Websuche sieht nicht nur so aus, dass logische Gedankengänge des Nutzers nachvollzogen werden, sondern auch diese Suche auf die Gegebenheiten von mobilen Endgeräten anwendbar sind. Reine Berechnungen, anhand der zur Verfügung stehenden Daten, sind dazu nicht mehr allein ausschlaggebend, sondern dieser Prozess soll nun wesentlich intelligenter gestaltet werden.

Im Grunde kommt es darauf an, dass die Suchmaschine, die zuletzt eingegebene Suchfrage, bei einer erneuten Suche, nicht zwangsweise als abgeschlossen ansieht, sondern diese in den richtigen Zusammenhang stellt – also im Vorfeld eine Prognose stellt, die den Nutzer zu einem exakteren Ziel führt.

Angelerntes Userverhalten zur Websuche muss wieder neu erlernt werden

Sich wieder an eine andere Art zu suchen, zu gewöhnen, braucht Zeit. Denn über Jahre hinweg haben wir es uns angeeignet, vereinzelte Suchbegriffe in die Suchmaske in Google einzugeben. Dabei hat John Boyd, Research Manager bei Google, beispielsweise festgestellt, dass von den Testern neuer Google-Entwicklungen oft nicht der Sinn der Studie erkannt wird. Dabei sehen die Teilnehmer eher Veränderungen im Layout der Suchmaschine oder dass bestimmte Navigationspunkte angepasst wurden. Dass aber eine neue Art des Suchens in Google entdeckt werden kann, sehen diese User nicht. Wie sich die Ergebnisanzeige in der Suchmaschine inzwischen verändert hat, wird gerne verkannt und ignoriert. Erst nach längerem Betrachten kommt dies langsam zum Vorschein. Das hängt damit zusammen, weil Google inzwischen von vielen Nutzern so gut wie jeden Tag angewandt wird und sich Veränderungen nur schwer erkennen lassen.

Wie Boyd ebenso feststellen musste, hat die bisherige Websuche und die Anwendung dieser, uns vor dem gehindert, was direkt vor unseren Augen ist. Indem man vereinzelte Phrasen in die Suchmaschine eingibt und erwartet, dass Ergebnisse angezeigt werden, die diese Suchphrase im enthalten, gehen allerdings entscheidende Lösungen verloren. Diese führen weniger an das gewünschte Ziel, als wenn man eine tatsächliche Frage stellt. Ob diese Denkweise tatsächlich der Wahrheit entspricht und auch die Nutzer das so sehen, wird sich zeigen, wenn es denn mit der Conversional Search endlich losgeht.

Damit würde sich allerdings eine weitere Art an Suchmöglichkeiten zu den bereits vorhandenen drei dazugesellen. Neben genannter Suchart stehen in Google auch die informational, navigational und transactional Search zur Verfügung. Durch die Conversional Search sind nicht mehr nur vereinzelte Wörter von Belang, sondern die Suchfrage gelangt, in vollem Umfang, in den Vordergrund, was sicherlich auch für die neue Anpassungen mit sich bringt.

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