Bei der EU-Kommission hat Google kein leichtes Spiel

Ultimatum für wegen Wettbewerbsmissbrauch

Google wird nicht in allem Recht gegeben. So nun die EU-Kommission, die dem Suchmaschinenkonzern ein Ultimatum gestellt hat. Zuletzt war die im Gespräch aufgrund wettbewerbswidriger Geschäftspraktiken, die Konkurrenten benachteiligt. Der FTC hatte das Verfahren in den USA bereits Anfang Januar eingestellt, so aber nicht mit der EU-Kommission.

Diese hat den Suchmaschinenkonzern nun zu Veränderungen aufgefordert, sonst drohen Google Strafen. Die Suchmaschine muss mit rationalen Vorschlägen kommen, die nicht mehr die eigenen Dienste in den Vordergrund stellen. Im Zuge dessen führte die Financial Times ein Interview mit Joaquin Alumina, dem EU-Wettbewerbskommissar. Während des Interviews wurde deutlich, dass die EU-Kommission sehr wohl entsprechende Maßnahmen ergreifen wolle, wenn Google nicht mit zufriedenstellenden Änderungen in der Geschäftspolitik komme.

Dabei könnte eine der Strafen so weit gehen, dass Google selbst aus den SERPs verbannt wird. Die Suchergebnisse dürften den Usern nicht mehr so dargestellt werden, dass nur Google Dienste als einzige oder erste Wahl zur Verfügung stünden.

Wie Google „vermeintlich“ umleitet

Immer wieder hört man dazu im Web, dass nicht der Algorithmus an sich, dazu führt, dass Googles Dienste vorrangig in den SERPs angezeigt werden, sondern Google selbst die SERPs manipuliert, nachdem der Algorithmus „seine Arbeit bereits geleistet hat“. Dennoch lässt sich die Wirkungskraft der Suchmaschine in den USA nicht mit dem in der EU vergleichen. Während hier der Marktanteil des Suchmaschinenkonzerns bis zu 90% aufweist, ist in den USA Google weitaus weniger der Monopolist

Wie Alumina im Interview offenbarte, ist eines der wichtigsten Gesprächspunkte der, dass Google bei bestimmten Suchanfragen, beispielsweise im Bezug auf Flüge, Orte und auch Shopping-Ergebnisse, auf die Google angehörigen Anzeigen verweise, sogar klar bevorzuge. Weiter noch bestätigte Alumina, dass der hauseigene Algorithmus den erforderlichen Sicherheitsbedingungen entspräche und Google davor gefeit sei, diesen offenbaren zu müssen. Google darf auch weiterhin sein wohlgehütetes Geheimnis unter Verschluss halten.

Trotzdem ließ Alumina eigene Befürchtungen laut, die Google sehr wohl als Monopolisten darstellen und Google dadurch seine Machtposition auch ausnutze; „They are monetizing this kind of business… the strong they have in the general search market… and this is not only a dominant position, I think – I fear – there is an abuse of this dominant position.”

Google muss ich warm anziehen

Google hat, damit nicht mehr gut „Kirschen essen“. Während Google in den USA noch relativ glimpflich davon gekommen ist, bedeutet das aber nicht das Gleiche für die EU. Neben Aluminas offensichtlicher Kritik an Google steht der EU-Wettbewerbskommissar nicht alleine da, wie auch die letzten Wochen gezeigt haben.

Aber diese Verlautbarung ist ein großer Schritt für die Suchmaschinen, die in Konkurrenz mit Google stehen. Nach der „Anpassung“ ist fraglich, wie Google weiterhin seine Dienste promoten will. Die offensichtliche Anpassung würde darin bestehen, dass Google seine eigenen Dienste klar kennzeichnen muss, sodass die User auf Anhieb erkennen können, wenn es sich um eine reine Google-Promotion handelt.

So dürfte Google dann auch nicht mehr die Inhalte anderer Webseiten für sich nutzen, wie es beispielsweise beim Knowledge Graph der Fall ist. Die Weiterentwicklung der Suchmaschine in eine Wissensmaschine wäre dann nicht mehr so ganz einfach. Aber das werden nicht die einzigen Konsequenzen sein.

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