User reagieren mehr auf positive Meldungen in Social Media

Die Aufmerksamkeit der User bezieht sich besonders auf einen selbst 

In der journalistischen Berichterstattung oder in den Abendnachrichten ist es eine Regel, dass man sich auf Meldungen konzentriert, die von Katastrophen erzählen, Unfälle wiedergeben und die Ausmaße von Feuern und Erdbeben in den Vordergrund stellen. Je mehr Leid gezeigt wird, desto aufmerksamer sind die Fernsehzuschauer und desto größer kann eine Zeitungsauflage ausfallen. Im Internet und besonders in Media verhält sich dies aber anders.

Die Informationen sind nun auf verschiedene Wege abrufbar. Um zu entschlüsseln, was die Nutzer gerne an Nachrichten zu sehen bekommen möchten, werden immer wieder verschiedene Studien durchgeführt, die neue Wege und Regeln aufzeigen, wie man seine Botschaft am Besten vermitteln sollte. Es werden Daten gesammelt, die nun die Online-Welt mit einschließen. Besonders konzentriert man sich auf die Gefühle und Emotionen, die die Nutzer am Ehesten zu einer Reaktion animieren.

Im Gegensatz zu den Meldungen in Zeitungen oder im Fernsehen erfolgt in Social Media eine 180°-Wendung. Wie nun Forscher herausfanden, tendieren die Nutzer online vermehrt zu positiven Nachrichten, als zu negativen. The New York Times hat dazu verschiedene Studien als Quellen zurate gezogen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können sehr wertvoll für Ihre weitere Social Media Strategie sein.

Aufmerksamkeit in Social Media erregen. Aber wie?

Wie The New York Times in eine der ersten Studien herausfand, herrscht eine allgemeine Tendenz zu wissenschaftlichen Artikeln. Diese rufen weitaus intensivere Gefühle hervor, als manch anderer Beitrag. Die Share-Rate ist hierbei ebenso höher. Dies schließt Beiträge mit ein, die bei den Nutzern Aufregung und Freude erwirken. Was also lustig ist und in Aufregung versetzt – also die Interessen der Nutzer anspricht – wird weitaus aufmerksamer verfolgt, als andere Neuigkeiten.

Aber nicht nur Positives erhält eine derartige Resonanz. Nachrichten, die Besorgnis hervorrufen oder zu Ärgernis führen, werden, im Zuge dessen, mit eingeschlossen. Im Gegensatz dazu werden traurige Nachrichten viel lieber ignoriert. Je positiver die Nachricht, desto höher ist die Chance, dass diese Meldungen in Social Media unter den Nutzern geteilt werden.

Wir reden in Social Media nur zu gern über uns selbst

Aufmerksamkeit erregen die Themen, wenn es um den Menschen selbst geht. Die Nutzer sind sehr daran interessiert, was andere tun und welche Gedanken sie hegen aber sie halten sich in Social Media, auch nicht zurück, über sich selbst zu sprechen. Das ist unmittelbar das Lieblingsthema.

Zusätzlich wird insbesondere über Ideen gesprochen, für die man sich persönlich begeistern kann. Dieser Enthusiasmus ist auch über die Mitteilungen in Social Media zu spüren, wodurch das Teilungsbedürfnis noch weiter ansteigt. Eine der Studien, die The New York Times aufzeigte, belegt, dass etwa 80 Prozent der Nutzer und „Über-sich-selbst-Redner“ vermehrt auf Twitter zu finden seien. Das bedeutet, dass nicht nur Unternehmen anstreben, zu einem Brand zu werden. Privat kann dies genauso sein, wenn man über sich selbst spricht, seine Vorzüge hervorhebt und andere Begeisterte damit anzieht.

Das hängt aber auch damit zusammen, weil man über das Internet mehr Zeit dazu aufwendet, genau zu überlegen, was man über Social Media kundgibt. In einer verbalen Konversation würde man nicht zu lange überlegen, sondern das auszusprechen, was einem gerade in den Sinn kommt. In Social Media hingegen kann man sich etwas Zeit lassen und genau abwägen, welche Worte man wählt – alles zum Zweck der Selbstpräsentation.

Bloß nicht neidisch werden

Trotzdem muss man aufpassen, wie viel Zeit man in Social Media verbringt. Wie eine weitere Studie zeigte, tendieren die Nutzer dazu, neidische Gefühle zu empfinden, je länger man seine Zeit auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzwerken verbringt. Gedanken wie „Das Leben ist nicht fair“, sind dann weitaus präsenter.

Um den Neid nicht zu sehr anwachsen zu lassen, erfolgt die Ernüchterung schließlich wieder über das Fernsehen. Das Gefühl von Neid verfliegt und macht positiveren Gefühlen platz – zumindest was die eigene Person betrifft. Denn wie man weiß, werden dort Meldungen ausgestrahlt, die das Leben anderer Menschen noch viel schlechter darstellen, als von einem selbst.

Für Ihre Social Media Strategie heißt das nun erneut, dass Sie sich darauf konzentrieren sollten, was die Nutzer erfreut, lustig anzusehen oder zu lesen ist. Streuen Sie positive Meldungen über sich und Ihr Unternehmen, zeigen Sie Nachrichten auf, die schöne Gefühle hervorrufen und merzen Sie damit die Negativität aus. Denn dafür ist das Fernsehen da. Man könnte auch sagen, dass jede Nachricht über das passende Medium vermittelt werden muss, wo diese auch hingehört.

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